Müller und Müllerin

Der Beruf des Müllers gehört zu den ältesten Berufen der Menschheit.[i] Sein Name leitet sich vom lat. molinarius her, mittelhochdeutsch müllner. Die heutige Bezeichnung Müller lebt in vielen Namen fort. Arbeit und Leben des Müllers waren einem steten Wandel unterworfen. Im Folgenden geht es ausschließlich um den Getreidemüller. Sägmüller, Schleifmüller, Ölmüller und andere bleiben unberücksichtigt, waren aber ebenfalls zahlreich.

Über Jahrhunderte galt der Beruf als ehrlos. Da er unverzichtbar war, „systemrelevant“ wie wir heute sagen würden, war er von der Kriegspflicht befreit, der Ehrentod auf dem Schlachtfeld war ihm verwehrt, er war „ehrlos“. Schlimmer wog, dass er bei den Bauern als größter Dieb im Lande galt. Diesen Ruf teilte er sich mit den Webern und Schneidern. Dass es bis zu sieben Arbeitsgänge des Mahlens brauchte, war den meisten Bauern nicht bewusst. Oftmals fühlten sie sich um ihr Korn betrogen. Mancherorts war es den Müllern sogar verboten, sich Hühner und Schweine zu halten; man wusste ja nicht wo deren Futter herkam.

Hinzu kam der „Mühlenzwang“. Bau, Unterhalt und Nutzung einer Mühle waren Hoheitsrecht des jeweiligen Grundherrens. Die Bauern seines Gebietes mussten ihr Korn in der herrschaftlichen Mühle mahlen lassen. Er erteilte dem Müller die Genehmigung zum Betrieb und verlangte dafür eine Abgabe. Diese nahm der Müller vom Mahlgut des Bauern, führte sie aber an den Grundherrn ab, in der Wirkung ähnlich der heutigen Mehrwertsteuer, nur als Abzug. Der Bauer aber sah nur seinen schmalen Mahlertrag und lastete dies dem Müller an. In Franken waren diese „Bannmühlen“ weit verbreitet, in Altbayern gab es im Vergleich dazu stets viele freie Mühlen. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde der Mühlenzwang aufgehoben.

Die Mühlen lagen in der Regel weit außerhalb der Siedlungen, dort wo Wind und Wasser am stärksten wirkten. Der Müller musste diese Kräfte nutzen, wenn sie zur Verfügung standen. Ein Feiertags- oder Feierabendgebot bestand für ihn nicht. So liefen die Mühlen oft die ganze Nacht hindurch und ratterten in dunkler Landschaft, einsam gelegen und spärlich beleuchtet als ein Ort, um den der brave Reisende lieber einen großen Bogen machte. Anders so manche Übeltäter. Wilderer, Schmuggler und Hehler fanden sich gern des Nachts ein, um ihren dunklen Geschäften ungestört nachzugehen. Daher rankten sich viele schaurige Geschichten um die Mühlen. Die Schachenmühle bei Sulzemoos, in der der Räuber Kneissl aufwuchs, hat ihren wirklichen Namen zwar von einem Flurstück, dass sie im Volksmund aber auch zur „Schachermühle“ wurde, ist sicher kein Zufall.

Zugleich bestand ein besonderer „Mühlenfriede“. Er stellte die Mühlen bei harten Strafen unter besonderen Schutz, insbesondere gegen jede Gewaltanwendung. Das bedeutete aber auch, dass ein Flüchtender, der es bis in die Mühle geschafft hatte, nicht gewaltsam herausgeholt werden durfte. Zu groß war die Gefahr, dass dabei die Mühle in Flammen aufging und damit die Versorgung der Bevölkerung zusammenbrach. An raschen Ersatz war nicht zu denken. Nun waren aber nicht alle Flüchtende unschuldige Opfer, auch Galgenvögel waren darunter, die etwas zu fürchten hatten. Mit diesen aber unter einem Dach zu hausen, dürfte den redlichen Müller um den wohlverdienten Schlaf so mancher Nacht gebracht haben. Doch danach fragte niemand.

Ein literarisches Echo von alldem findet sich unter vielen anderen in Otfried Preußlers Roman und dessen Verfilmung „Krabat“.[2] In einer weit abgelegenen Mühle herrscht ein Müllermeister, der zugleich Zauberer ist, der das Leben seiner Lehrjungen opfert, ein Bündnis mit dem Teufel hat und in bestimmten Nächten für diesen Knochen mahlen muss. Dass so manche Mehlstaubexplosion in einer Mühle als ausgleichende Gerechtigkeit gedeutet wurde, liegt auf der Hand.

Im Zeitalter der Aufklärung und der frühen Neuzeit um 1800 wandelte sich das Bild des Müllers. Nun wurde die Müllerei romantisiert. Das Wandern war des Müllers Lust, die Mühlen klapperten am rauschenden Bach und in einem kühlen Grunde, da ging das Mühlenrad. Generationen von Kindern haben diese Lieder in der Schule gesungen und gelernt. Mit der harten Mühlenwirklichkeit hatte es nichts zu tun.

Im weiteren Lauf der Zeit aber machten vor allem Dampfkraft und Elektrizität die Müller unabhängig von den Naturkräften und allem was sich daraus ergab und wurde als das gesehen, was die meisten schon immer waren, nämlich redliche, gewerbetreibende Handwerker.

 

Der Wandel des Mahlens

 

Mit der Mahltechnik früherer Jahrhunderte war es nicht möglich, die Schale des Getreidekorns und vor allem den Keimling im Voraus zu entfernen. Dieser war stets im Mahlgut enthalten und sorgte dafür, dass das Mehl schnell ranzig wurde. Es war nicht denaturiert und konnte nur für wenige Wochen auf Vorrat gemahlen werden. Das bedeutete, dass die Mühlen das ganze Jahr über betrieben wurden. Und es war einer der Hauptgründe, dass es so viele Müller und Mühlen gab! Oft reihten sich diese wie eine Perlenkette am Lauf eines Flusses auf.

Legt man die heutige Fläche des Landkreises Dachau zugrunde, würden die 66 Mühlen von 1760 in einem Abstand von ungefähr 3,3 km liegen. Dies gibt eine Vorstellung, wie dicht die Mühlen lagen, wie es auch in der Zeichnung von Dr. Gerhard Hanke deutlich wird.[3]

Die Leistung dieser Mühlen war gering. Für die 1800 erbaute Fischbachmühle in Wackersberg, die restauriert heute im Freilichtmuseum Glentleiten steht, wird eine Leistung von 100 kg Getreide pro Tag angegeben, das bedeutet eine Jahresvermahlung von maximal 36 Tonnen, wenn alle Tage gemahlen wurde.[4] Bedenkt man aber, dass stets mehrere Arbeitsgänge zwischen Mahlen und Sieben nötig waren, lief mehr als diese Menge durch die Mühlsteine.

Das Getreide kam aus der Region und wurde für die Region gemahlen. Nahezu alle Mühlen waren Kunden- oder Umtauschmühlen, das heißt der Bauer brachte sein Korn und holte die entsprechende Menge Mehl wieder ab. Transportkapazitäten, Wegenetz und vor allem der Mühlenzwang ließen Handelsmühlen kaum zu. Handelsmühlen kaufen Getreide auf, oft überregional, vermahlen und vermarkten es – so wie es heute meistens üblich ist.

Die allgemeine Schulpflicht wurde in Bayern erst 1802 eingeführt. Deshalb waren viele Menschen in der frühen Neuzeit noch Analphabeten. Abgerechnet wurde folglich mit dem sogenannten Kerbholz. Für jeden Schäffel[5] oder Metzen[6] wurde auf jede Seite eines Holzscheites eine Kerbe geschlagen, dann wurde der Scheit gespalten. Müller und Bauer hatten somit „etwas auf dem Kerbholz“. Bei der Abholung mussten dann beide Hälften wieder zusammenpassen.

Industrialisierung, Dampfkraft, Elektrifizierung und der Walzenstuhl anstelle der Mühlsteine, vor allem aber das Mühlengesetz von 1957, leiteten einen deutlichen Rückgang ein. Diesem Gesetz nach zahlte der Staat jedem Müller eine Prämie von 9000 DM, wenn er seinen Betrieb für die nächsten 30 Jahre stilllegte. Gab es bayernweit im Jahre 1946 noch 4440 Mühlen, sank ihre Zahl bis 1996 auf rund 400 Betriebe, also ein Rückgang um fast 90 Prozent. Dieser Trend setzte sich fort. 2012 gab es bundesweit nur noch 261 Mühlen mit einer Jahresvermahlung von über 500 Tonnen. Allerdings lieferten nur 61 davon, also etwa ein Viertel, 85 Prozent der deutschen Produktion, die restlichen Mühlen zusammen trugen nur noch 15 Prozent dazu bei. Die Zahl kleiner und kleinster Mühlen steigt zwar gegenwärtig wieder, oft als Direktvermarkter in einer ökonomischen Nische, am Gesamtbild ändert das aber wenig.

Der Müller mit Zipfelmütze und Mehlsack über der Schulter gehört der Vergangenheit an. Der heutige Müller liefert und bekommt seine Rohstoffe mit dem Silo-LKW und bläst sein Mahlgut mit Druckluft in die Speicher oder Fahrzeuge seiner Kunden. Gehandelt wird in Tonnen und Dezitonnen, die alten bayrischen Hohlmaße sind seit 1869 Geschichte. Die Buchführung läuft über EDV, Lieferung und Vertrieb gehen über Ländergrenzen hinweg. Hergestellt wird im Vergleich zu früher eine große Auswahl von Mehlen, deren Inhaltsstoffe und Eigenschaften nach DIN genormt sind.

Heute gibt es den „Müller“ als Berufsbezeichnung nicht mehr. Seit 2017 und bis zur nächsten Reform heißt er nun „Verfahrenstechnologe/in Getreide und Mühlenwirtschaft“. Sein Beruf ist weitgehend technisiert und fordert die Fähigkeit zu kaufmännischem, organisatorischem und technischem Handeln. Der heutige „Müller“ bedient oft computergesteuerte Großmaschinen und muss gegebenenfalls in die Arbeitsabläufe korrigierend eingreifen. Im Labor überwacht er durch Analysen Inhaltsstoffe und Beschaffenheit seiner Produkte. In kleineren Mühlen oder im ökologischen Nischenbetrieb ist die Arbeit überschaubarer und die Labortätigkeit wird oft ausgelagert.

 

Die Hubermühle in Erdweg

 

Bis in die Neuzeit hinein führte die Hubermühle den Namen „Erlachmühle“ und arbeitete als Säge-, Mahl-, und Ölschlagmühle. Sie stand bis 1529 im Grundeigentum des Klosters Scheyern. Alle Müller saßen leibgedingweise auf der Mühle und waren zu Abgaben verpflichtet. Als erster Besitzer taucht am Anfang des 16. Jahrhunderts ein „Georg der Müller“ auf, Nachname unbekannt. Danach wechselten Besitzer, Zugehörigkeit und Abgabeverpflichtungen sehr häufig.[7]

1887 war eine Frau Anna Märkl Alleineigentümerin und verkaufte diese an den Bauern Josef Eisenmann aus Breitenau. Dieser übereignete die Mühle an seine Verwandte Katharina, welche, erst 16-jährig, den Müllersohn Andreas Huber heiratete. Mit ihm errichtete sie 1899 die Mühle von Grund auf neu, was den Abriss der alten Erlachmühle bedeutete. An diese erinnert nur noch ein Mahlstein in der Zufahrt. Nach dem Neubau war die Mühle auf dem technischen Stand ihrer Zeit, das bedeutete einen Walzenstuhl und die Elektrifizierung durch Strom aus einer Turbine an der Glonn.[8]

1927 übergab Andreas Huber die Mühle an seinen gleichnamigen Sohn. Dieser wiederum teilte seinen Besitz 1958 unter seinen beiden Söhne Andreas und August auf. Andreas Huber bekam die Sägemühle, August Huber übernahm die Mahlmühle. August Huber und seine Frau Therese hatten eine Tochter, Maria Huber, heute Maria Wenninger. Im Jahre 1977 machte sie die Meisterprüfung im Müllerhandwerk, als eine von wenigen Frauen bundesweit.

 

Als Müllerin unter Müllern

 

1971 entschied sich Maria Huber, heute Wenninger, die elterliche Mühle – trotz einiger Bedenken – als Müllerin in vierter Generation weiterzuführen. Es gab nur zwei Berufsschulen für die Müllerei in ganz Deutschland, eine davon in Stuttgart. Dort war man nicht auf eine Frau eingestellt, Maria Huber war die einzige Frau unter lauter jungen Männern. Diese wohnten in einem Wohnheim in der Nähe, eine weibliche Person dort mit unterzubringen, war noch nicht denkbar und so wohnte sie einen langen Fußmarsch entfernt. Im Schulalltag musste sie gut oder besser sein als die männlichen Lehrlinge und stets Antworten wissen, um zu zeigen, dass sie gleichwertig war. Sie musste so manch spitze Bemerkung von einigen Klassenkameraden einstecken. Aber sie gewann Respekt. Am Ende der Lehre entschuldigten sich einige bei ihr, was für sie eine Genugtuung war. Ihre Meisterprüfung schloss sie als „Frau im Männerberuf“ mit Bravour ab. Sie war Jahrgangsbeste und erhielt eine Belobigung vom damaligen Kultusministers Prof. Dr. Hans Maier.

Maria Huber arbeitete als Müllermeisterin ab 1977 bis zur Aufgabe des Betriebs im Jahre 2006 in der elterlichen Mühle. Zuletzt bestand die Mühle nur noch durch den kleinen Laden für Naturkost. Mit den beiden Turbinen gewinnt die Mühle nach wie vor und klimaneutral sauberen Strom aus der Wasserkraft der Glonn.

Wie sich die Mühle seit den 1950 Jahren entwickelte, erzählte sie in einem Interview, das im Folgenden wiedergegeben wird:[9]

 

Beschäftigte und Arbeit in der Mühle

 

In fester Stellung arbeiteten ab den 1950er Jahren der Müllermeister August Huber und seine Frau Therese (beide als Besitzer), ein Müllergeselle, ein Fahrer des betriebseigenen Lastwagens und eine Bürokraft in Teilzeit. Zudem fand stets eine größere Anzahl Personen Arbeit in der Mühle, die nur zeitweise beschäftigt waren. Das waren zumeist Frauen oder Bauern von kleinen Höfen, die sich dadurch etwas Geld hinzuverdienen konnten, sei es durch Flicken von Säcken, durch Aufräumen, kleinere Instandhaltungsarbeiten, Be- und Entladungen u.a. Und es gab immer wieder Gruppen von jungen Frauen, die vor dem Eintritt in den Ehestand von der Müllersfrau Therese Hauswirtschaftsunterricht im Backen und Kochen erhielten. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch so manch alternder Austragsbauer von kleinen Höfen, dem sein Austrag nicht zum Leben reichte und der sich auf irgendeine Weise ein paar Dutzend Kilo Getreide zusammengetragen hatte, dieses in die Mühle brachte und es vom Müller gut bemessen als Mehl wieder bekam.

Die Mühle lag nicht mehr abgeschieden am Ortsrand, sondern bot ein geschäftiges, ja buntes Bild und war fest verankert im sozialen und wirtschaftlichen Gefüge der Region.

 

Lieferanten und Abnehmer

 

Das Getreide wurde von den Bauern der Umgebung angeliefert und nach Feuchtigkeitsmessung und sensorischer Prüfung auf den „Troadböden“ gelagert. Die Mühle fungierte so auch als Lagerhaus. Insbesondere die Braugerste wurde nie vermahlen, sondern an die Ustersbacher- und Spatenbrauerei verkauft. Aber auch andere Getreidearten wurden gehandelt.

Bezahlung forderten die meisten Bauern nicht, der Wert ihrer Lieferung wurde aufgeschrieben und am Jahresende mit den Futtermitteln, dem Mehl und dem Kunstdünger verrechnet, die der einzelne Bauer im Laufe des Jahres aus der Mühle geholt hatte. So waren nur wenige unmittelbare Einnahmen in der Kasse.

Direkte Einnahmen brachte der Kleinverkauf der Mehle. Aus diesem Verkauf entwickelte sich nach und nach der erste Naturkostladen im Landkreis. Direkte Einnahmen brachten auch Großabnehmer. Dazu gehörten zum Beispiel das Franziskuswerk Schönbrunn, Bäckereien im Umland, aber auch Altersheime und Kliniken bis nach München, wie das Klinikum der Barmherzigen Brüder.

Bis auf den Direktverkauf musste der Müller dabei alles zu den Kunden liefern und dort oft auch schweißtreibend an Ort und Stelle bringen. Lastwagen und eigener Fahrer waren unumgänglich. Einmal pro Woche fuhr der Müller im Unimog sogar bis in die Jachenau und verkaufte sein Mehl an die ertragsarmen Bergbauern. Er wurde dankbar erwartet, aber für ihn war es ein harter Arbeitstag von 4 Uhr morgens bis 10 Uhr nachts.

 

Strukturwandel und Betriebsaufgabe

 

Der allgemeine Strukturwandel der 1950er und 60er Jahre machte auch vor den Mühlen nicht halt. Immer mehr kleinere Höfe gaben auf. Großbauern übernahmen die Felder und lieferten ihre Erträge an Abnehmer, die für sie lukrativer waren und größere Mengen vermahlen konnten. Die Wasserkraft der Glonn reichte indes nur für eine Vermahlung von 5 Tonnen in 24 Stunden – viel im Vergleich zu früherer Zeit, wenig im Vergleich zu heutigen Großmühlen jenseits der 500 Tonnen Tagesleistung.

Auch viele Bäckereien verschwanden, oft mangels Nachfolger. Es entstanden immer mehr Supermärkte, die mit niedrigen Preisen konkurrierten. Großabnehmer stellten sich um, wie das Franziskuswerk in Schönbrunn. Die Schwestern dort waren bis in die 1960er Jahre autark, sie betrieben u.a. eine eigene Viehhaltung und brauchten Futtermittel, die ihnen die Mühle lieferte. Als die Viehhaltung aufgegeben und Fleisch- und Wurstwaren zugekauft wurden, verschwand ein wichtiger Abnehmer der Mühle. Und so war es mit vielen Kunden. Ersatz fand der Müller ab den 70er Jahren im Mahlen von Erdnüssen zu Vogelfutter, im Schälen von Hirse und dem Reinigen von Kichererbsen, jeweils angeliefert und abgeholt in riesigen LKWs. Doch das Kerngeschäft schwand mehr und mehr und der Mühlenbetrieb war so nicht aufrechtzuerhalten. Personal gab es nicht mehr. Immer neue gesetzliche Vorgaben minderten die Ertragslage. Investitionen zur Erhöhung der Produktion erforderten viel Kapital bei ungewissem Erfolg und hohem Risiko.

Mitte der 90er Jahre war das Ende absehbar und im Jahre 2006 erfolgte die endgültige Betriebsaufgabe. Ein Stück regionale Arbeitswelt war verschwunden.

 



[1] Zum Beruf des Müllers vgl.: Thomsen, Hans Markus: Einst galt der Müller als größter Dieb im Land. In: Die Welt, 26.3.2004, https://www.welt.de/print-welt/article302464/Einst-galt-der-Mueller-als-groesster-Dieb-im-Land.html zuletzt abgerufen am 23.8.2021

[2] Preußler Otfried: Krabat. Erstausgabe 1971 im Arena-Verlag, Würzburg.

[3] Siehe Zeichnung von Dr. G. Hanke. In: Heres, Horst: Bezirksmuseum Dachau. (Kulturgeschichte des Dachauer Landes, Bd. 11), S. 44

[4] Keim, Helmut und Lobenhofer-Hirschbold: Freilichtmuseum des Bezirks Oberbayern an der Glentleiten. Hrsg. v. Bezirk Oberbayern. Großweil 1990, 2. Aufl., S. 98

[5] 1 Schäffel Weizen wiegt 170 Kilogramm.

[6] 1 Metzen entsprach 37,06 Liter; Getreide wurde in Hohlmaßen abgemessen.

[7] Bogner, Josef: Die Taferne, Mühle und Badersölde in Erdweg. In: Amperland 7 (1970), Seite 124-130

[8] Interview mit Maria Wenninger, geb. Huber (geb. 1955) am 23.6.2021

[9] Wie Anm. 9


Thema: Arbeitswelten - Geschichte(n) über Handwerk und Gewerbe
Autor: Gustav Seibt
Quelle: Quellen Diverse
Ort: Erdweg

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